Der Geist von Domantik?

Immer wieder höre ich frühere Domantik-Leser vom “Geist von Domantik” sprechen. Und ich frage mich: WAS bzw. WIE war dieser Geist??

Ich bitte Euch, Eure Erinnerungen daran zu posten, falls Euch die Formulierung etwas sagt!  Zum Beispiel wurden Nutzer und Leser früher durchweg mit SIE angesprochen – war diese Distanz ein wichtiger Teil dieses “Geistes”???

Es wird mir nicht  gelingen, den “originalen Domantik-Geist” zu beschwören, deshalb strebe ich es erst gar nicht an. Aber gerne höre ich Berichte und Eindrücke, was es eigentlich damit auf sich hat!

11 Gedanken zu „Der Geist von Domantik?“

  1. ich habe mir heute mal die zeit genommen, die kommentare hier zu überfliegen.
    auch ich bin erst viel später zu domantik gestoßen, denke so 2003,
    und habe mich dort sofort gut aufgehoben gefühlt.
    definitv, es gab den geist von domantik. die menschen waren freundlich und hilfsbereit.
    für mich hat mit domantik und durch domantik ein enormer wandel in meinem leben stattgefunden. um mal auf ein wort von mila zurückzugreifen …
    >>bedenke, wünsche können wahr werden…<< *s
    genau dies ist mit den menschen und durch die menschen von domantik passiert.
    .
    .
    aber auch die weniger guten seiten sollen betrachtet werden …
    mit der zeit kamen immer mehr, ich weiß nicht wie ich’s sagen soll,
    fakes auf die seite, und zerstörten die gemeinschaft oder behinderten
    sie zumindest. ist sicher ein zeitphänomen und überall zu beobachten.
    dadurch, und natürlich auch dadurch, dass sich menschen weiter entwickeln, sich andere plattformen suchen, umziehen … was weiß ich,
    hat die negative entwicklung ihren lauf genommen.
    ja, ‘man’ hätte mehr tun können, man hätte mehr delegieren können,
    man … usw.
    ok, das wurde nicht gemacht und somit kam dann das aus.

    schade eigentlich, wir hätten es gerne weitergeführt, so wie es war, und sofort …
    und ich weiß immer noch nicht warum nicht !!

    mtg (mit traurigen Grüssen)
    aladin

    ps: ne url hab ich nicht angegeben … aus bekannten gründen ;-))

  2. Liebe Clu,

    obwohl ich anscheinend nicht zu den “bekanntesten Namen” der Domantikbesatzung gehört habe und erst 2001 dazugestoßen bin, möchte ich auf Deine Fragestellung ein persönliches Statement abgeben.

    Werwiewas?

    Es war auf keinen Fall “etwas Totes”. Das Wort “Geist” wird – wie wohl auch von Dir – heute meist als eine Übersetzung des anglo-amerikanischen Ausdrucks “Spirit” verwendet.

    Und genau dieser Zusammenhang, wie zum Beispiel bei dem Projekt “Spirit of St. Louis”, kam bei Domantik zum Tragen. Eine Vision wurde Wirklichkeit.

    Visionen müssen sich ändern, da sie eine Reaktion auf die (meist als unzureichend empfundene) Gegenwart sind. Es hat also m.E. gar keinen Sinn dem wie-immer-er-auch-geartet-gewesen-sein-mögenden Geist hinterherzulaufen.

    Mehr als das Bedienen einer Nostalgie kann dabei nicht herauskommen. Sicher ist es schade, wenn die “alten” redaktionellen Beiträge “verschwunden” blieben. Viele davon haben sicher auch noch heute ihre berechtigte Aussage und können Impulse geben. Es bliebe aber im Einzelnen zu überprüfen, was davon noch lebt und was ins Museum gehört.

    Ins Museum gehört auf alle Fälle das Board, denn dort lebt nichts mehr, sondern es ist wie die Tierpräparate im naturhistorischen Museum.

    Übrigens hängt die “Spirit of St. Louis” an einer Museumdecke. Denn schon bald nach Lindbergs Flug wurde die Atlantiküberquerung Alltag. Wenn wir bei diesem Beispiel bleiben – die nächste große Vision war der Mondflug…

    Und das ist vielleicht die Essenz aus den Jahren, in denen ich Domantik mitgestalten durfte. “Wir” sind nicht stehengeblieben. Domantik durfte sich ständig weiterentwickeln.

    Und das Obendrein in dem Tempo, dem die Meisten User folgen konnten/wollten.

    Was nicht immer einfach war und hinter den Kulissen- von den Meisten eher unbemerkt – oft zu zum Teil heftigen Auseinandersetzungen führte. Doch dass es letztendlich möglich war, aus diesem Spannungsfeld über den relativ langen Zeitraum ein lebendiges Magazin zu gestalten, ist für mich ein weiteres Merkmal für den “Geist von Domantik”. Alle hatten sich dem Ziel verschrieben.

    Es wurde bereits erwähnt, dass bei Domantik eine sehr persönliche Beziehung untereinander herrschte. Das hat sicher zu der guten “Arbeitsatmosphäre” beigetragen, die sich für die User als ebensolches Ergebnis präsentierte. Projekte – und Domantik war eins – fallen und stehen mit den Beteiligten. Die Chemie stimmte eben trotz (oder vielleicht wegen?) der Unterschiedlichkeiten und wird nicht reproduzierbar sein, auch wenn die als Wärme empfundene Reibungshitze (+gg+) inzwischen verklärend einen Mythos hat entstehen lassen.

    In Abwandlung eines symbolhaften Ausrufs längst vergangener Tage – Domantik ist tot! Es lebe Domantik!

    viele Grüße
    Captain Orange

  3. p.s. ich glaube den “geist” machten die durchwegs wirklich “persönlichen” beiträge jeder art aus. das war irgendwie einfach “echt” und nicht so übertrieben ….irgendwie – so seltsam das in der virtuellen welt klingt – natürlicher.

  4. … obwohl ich selber nicht mehr s/m-mäßig aktiv bin surfe ich immer mal wieder auf entsprechenden seiten und freue mich, domantik wieder gefunden zu haben. bin neugierig ob auch die geschichten wieder auftauchen … ein paar von mir waren dabei und ich hab auch immer gerne die anderen gelesen. -)
    toi toi toi jedenfalls
    atame aus wien

  5. Pingback: Kompatible Infos, die Verständnis wecken - Domantik - Dominanz und Romantik
  6. Hallo Clu,

    Zunächst einmal freut es mich, Domantik wieder online zu sehen.

    Du fragst nach dem Geist von Domantik?

    Mir gefällt der Ausdruck nicht. Er hat etwas totes.

    Was war das besondere an Domantik, wie es früher war?
    Darf ich die Frage so stellen?

    Nun – da muss ich weit ausholen und kann natürlich auch nur für mich sprechen.

    Ich war wohl ein recht früher Nutzer von Domantik. Noch nicht lange praktizierender SMler aber schon mit einer gewissen Erfahrung.
    Andersartig.net (eine recht ähnliche Community, für die die es nicht kannten) war gerade im sterben begriffen und Domantik etablierte sich.
    Die SZ war seinerzeit noch sehr abschreckend und mal wollte sich nicht wirklich damit identifizieren. Soweit erstmal die Gegebenheiten “damals” so um 1999.

    Als ich deine Frage las kamen mir als erstes Namen in den Sinn. Die ungezähmte, Phönix, shila, Harry um die bekanntesten zu nennen. Phönix und Shila natürlich in erster Linie weil sie es waren, die diese Community aufgebaut haben. Nicht um zu verdienen. Nein im Gegenteil Domantik hatte zu der Zeit NULL kommerziellen Hintergrund – ja ich glaube mich zu erinnern, dass es nicht einmal Werbung gab. Sie haben einfach einen Treffpunkt geschaffen.
    Dann war da der Skandal um Phönix, durch den ich eigentlich erst auf Domantik aufmerksam wurde.
    Dann waren da eben die ungezähmte, die “gute Seele” von Forum und Chat, Harry, Das Legat und die anderen Autoren, die dafür gesorgt haben, dass es bei Domantik immer etwas neues zu lesen gab. Nicht nur – ja sogar erst in zweiter Linie Geschichten, sondern wirklich redaktioneller Inhalt. Informationen für Anfänger und Fortgeschrittene. Und immer in einer Art aufbereitet, die man auch der Mama nach einem Zwangsouting zeigen konnte und berechtigte Hoffnungen hegen durfte anschliessend Verstanden zu werden.

    In diesem Teil von Domantik wurde echte Öffentlichkeitsarbeit gemacht, die SM so zeigte, wie wir es wirklich leben und nicht wie es dem Kopfkino vom “Fakes” (ich wähle bewusst diesen Begriff um nicht deutlicher werden zu müssen) und RTL Zuschauern entsprach.

    Das war die eine Seite von Domantik.

    Und die andere – das betrifft in erster Linie die User, die auch im Chat aktiv waren – war es eine “eingeschworene Gemeinde”. Es war nicht schwer dazuzugehören, aber Störenfriede hatten nie eine Chance.
    Domantik ist bis heute die einzige Community dieser Art und Grösse die ich kenne, bei der nie ein Realcheck nötig war. Ich schätze einmal das rund 80% der regelmässigen User sich persönlich kannten. Und das Bundesweit.

    DAS war das eigentlich besondere an Domantik. Wenige waren anonym. Selbst wenn du selber jemanden nicht kanntest oder getroffen hast, dann war ein guter Bekannter von dir dabei, der ihn kannte (aber wem sage ich das – du warst sl
    selber dabei) .

    Nun – das war jetzt ein kleiner Teil der Gedanken, die ich zu deiner Frage so hatte.
    .

    Um kurz deinen Vergleich mit der SZ einmal aufzugreifen:

    Die beiden Communities sind meiner Meinung nach nicht vergleichbar. Das mache ich nicht an der Grösse fest. Du schreibst

    “Und das auf einer Basis mit 125000 Usern, was natürlich allen, die Leute suchen, als das Paradies erscheint, logo!”

    Das entscheidende Wort an der Stelle ist “erscheint”. Einige Menschen, die ich direkt oder mittelbar über Domantik kennen gelernt habe zähle ich heute zu meinen engsten Freunden.
    Seit rund drei oder vier Jahren bin ich in der SZ registriert. In all der Zeit habe ich da deutlich weniger Menschen wirklich kennen gelernt und noch weniger davon wollte ich je wiedersehen. Ja – auch da habe ich Freunde gefunden, aber die Auswahl war – man verzeihe mir die Wortwahl – deutlich schwieriger. Denn auch das War etwas ´besonderes an Domantik. Die meisten, die dort regelmässig aktiv waren passten auch irgendwie zusammen.

  7. Pingback: Domantik: einfach mal anfangen… » Clus BDSM-Blog vom Yoga der dunklen Erotik
  8. Domantik hat ja – trotz SZ, die es ja auch damals schon gab – ihre eigene Existenzberechtigung gehabt. Die leitete sich aus vielen Dingen her, die auch Nathan erwähnt hat (Forum, Chat, Magazin, Ratgeber etc.). Vor allem leitete sie sich aber aus der überschaubaren Communitiy her und dem Umgang miteinander. Der war – trotz diverser Auseinandersetzungen – von Respekt geprägt.

    Schade fände ich es, wenn alle alten Beiträge von Domantik verloren sind. Gibt es eine Möglichkeit sie – themenbezogen – wieder “aufleben” zu lassen? Ebenso reichhaltig war der Geschichtenteil. Wie sieht es dort mit den Rechten aus? Dürfen die Geschichten wieder online gestellt werden? Möchtest du das überhaupt?

    Wachsen lassen ist ein guter Ansatz. Es wird bestimmt bald genug Menschen geben, die der Seite den nötigen Sonnenschein und Regen zukommen lassen! Für den Dünger bist du, als Systemgärtner, zuständig…

    Viele Grüße,
    Sternenfreiheit

  9. Ich danke Euch für die informativen und engagierten Statements! Natürlich werde ich nicht versuchen, “den Geist von Domantik zu beschwören”. Alles hat seine Zeit und es würde nicht gelingen, eine Atmosphäre wie “damals” zu erzeugen, das ist mir völlig klar. Das Umfeld ist auch anders: es gibt die SZ, die Mega-com, die inhaltlich alles bietet, was es früher auch auf Domantik gab: Mag, Anzeigen, Veranstaltungen, Künstler, Storys, Foren – und noch weit MEHR. Und das auf einer Basis mit 125000 Usern, was natürlich allen, die Leute suchen, als das Paradies erscheint, logo!

    Dagegen auch nur im Ansatz anzustinken, habe ích nicht vor. Eher denke ich daran, einfach mal “wachsen zu lassen” – also ein netteres Design zu erstellen, mit einem Thema anzufangen, evtl. das Lexikon nach und nach wieder zu errichten – und immer in Interaktion mit Menschen, die sich da evtl. beteiligen möchten und etwas beitragen.

  10. Hallo

    du fragst nach dem Geist von domantik. Kann man durchaus doppeldeutig sehen und wohl jeder anders. Weil vieles von dem, womit man domantik verband, manchmal auch ein wenig Wunschdenken war. Vielleicht mal ein Versuch zu erklären warum man domantik mögen konnte.

    Zu erst war die Seite kostenlos. Es gab über lange Zeit eine gute Mischung von Anfängern und “alten Hasen” bei domantik. Was sich sicher positiv auf beide ausgewirkt hat. Generell lebte die Seite von und mit ihren Mitgliedern. Viele bezeichneten domantik als ihre Heimat im Netz, wie auch ich. Sie brachten ihre Sicht ein, sei es nun in den monatlichen Themenbeiträgen oder im Bord. Sicher führte das auch ab und an zu manchen Spannungen aber wo gibt es das nicht. Dabei blieb die Seiten von der Größe her immer Übersichtlicht, obwohl die wichtigsten Themen angesprochen wurden. Ebenso entscheidend für den Erfolg war wohl das es eine Vollseite war (Themen, Bord, Chat, Anzeigen). Aber letztendlich sind vor allem die Leute entscheidend, sonst wäre ich wohl damals schnell wieder weg gewesen, so bin ich geblieben.

    So nun noch ein Wort zum “Es wird mir nicht gelingen, den “originalen Domantik-Geist” zu beschwören”. Sicher sind die Leute von damals gegangen. Du wirst sie nicht alle wieder hier her in die Seite holen können. Selbst wenn, sind sie nicht mehr die gleichen, als sie domantik verließen. Und für viele ist vermutlich domantik eine schöne Vergangenheit, an die sie sich gerne erinnern. Es wird nie mehr so sein wie damals. Also versuche es gar nicht. Aber warum sollte es nicht wieder so schön werden wie damals? Mach die Seite wieder auf. Such dir Leute die bereit sind mit zu helfen. Höre auf sie was sie möchten und was sie dazu beitragen können. Mit der Zeit wird es für sie wieder eine Heimat im Internet werden. Sie werden mit und für die Seite leben. Und dann bist du genau dort angekommen, was wohl domantik in vielen Augen war oder zumindest sein sollte.

    Außerdem hast du die alten Beiträge und ich hoffe auch das Bord. Denn auch im Bord waren viele interessante Themen. Ich drücke dir die Daumen und freue mich schon auf jeden alten und neuen Beitrag der wieder bei domantik erscheinen wird.

  11. Du fragst nach dem Geist von Domantik.

    Das ist ähnlich schwer zu fassen, greifen und beschreiben wie anderes unsichtbares. Jeder wird etwas anderes darunter verstanden haben, da jeder es anderes empfunden und erlebt hat – und doch sind da die Gemeinsamkeiten!

    Domantik war keine Hard-Core-SM-Seite, es war soft. Dort konnte sich auch jeder wohlfühlen, dessen SM nicht aus blutigen Schlägen bestand – trotzdem wurde ihm nicht das Recht abgesprochen, ein “SMler” zu sein (Was auch immer das bedeutet!). Es war eine kleine, behütete Communitiy-Blase in der großen Welt des Internets und der einer großen Community.

    Die Seite war informativ, die Geschichten hatten Niveau, das Archiv war riesig. Es herrschte ein respektvoller Umgangston – sowohl in den Magazin- und Ratgeber-Beiträgen als auch im Forum und Chat. Selten ist ein Neuling aus dem Chat gegangen, weil er unhöflich aufgenommen wurde. Es war eine Seite, auf der sich ein Neuling ebenso wohl fühlen konnte, wie ein alter Hase. Im Grunde waren sowohl Forum als auch Chat eine fakefreie und baggerfreie Zone – etwas sehr seltenes in einem Erotik-Chat und -Forum. Für mich persönlich hat gerade das Domantik ausgemacht.

    Sternenfreiheit

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